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Unterschiede im Denken
RBO
30. Sept. 2025
Denkübungen die helfen Unterschiede im Denken besser zu erkennen
Anlass
Reflexion ist ein bewährtes Mittel, um im Sinne der INKOBA Systembausteine kohärent aus Engpasssituationen herauszukommen. Dennoch ist unbestritten, dass das menschliche Denken eine äußerst komplexe Angelegenheit ist. Häufig mangelt es an Zeit, Interesse oder der passenden Stimmung für tiefgehendes Nachdenken.
Im Rahmen der INKOBA-Entwicklung wurde ein Übungsvideo als Lernhilfe erstellt, um bei interessierten Denkern das Interesse am Verständnis verschiedener Denkstile zu fördern.
Die Lernhilfe kann vorübergehend Im YouTube Kanal angesehen werden: https://youtu.be/SEW0tghK4t0
Es wurde festgestellt, dass diese Lernhilfe ohne weitere Erklärungen und Beispiele nur für wenige Menschen ansprechend ist, was den Grund für das Verfassen dieses Beitrags darstellt.
Erläuterungen mit Beispielen
In der Lernhilfe wurden sieben verschiedene Denkstile dargestellt. Als Gedächtnisstütze dienten die festgelegten Wochentage, die jeweils einem Denkstil zugeordnet waren. Der sich ständig wiederholende Wochenverlauf von Montag bis Sonntag symbolisiert die zyklische Wiederholung der Übung, um die unterschiedlichen Denkstile zu erkennen und ihre Bedeutung als innere Kraft des Denkens insgesamt zu verstehen. Das Schaubild ergänzt die Lernhilfe und zeigt die zugrunde liegende Übersicht.

Erläuterungen mit Beispielen
Der Montagsgeist – oder der Denkstiel (Typ1):
Dieser Denkstil (Typ 1) ist bei den meisten Menschen aktiv.
Er beschäftigt sich mit vielen kleinen und großen Geschichten und sorgt oft für Unterhaltung.
Beispiele:
Wenn jemand gerne Anekdoten erzählt oder sich lebhaft an Erlebnisse erinnert, zeigt sich dieser Denkstil.
Beim Lesen eines Romans oder beim Schauen eines Films, der Emotionen weckt und zum Nachdenken anregt, wird dieser Denkstil aktiviert.
Auch beim Erzählen von Witzen oder beim Austausch von Alltagserfahrungen mit Freunden ist er präsent.
Der Denkstil wird von Gefühlen und dem gesunden Menschenverstand getragen.
Dabei spielen sowohl Emotionen als auch vernünftiges Denken eine wichtige Rolle.
Beispiele:
Jemand entscheidet sich, einem Freund zu helfen, weil es sich „richtig anfühlt“ – das ist eine Mischung aus Mitgefühl und gesundem Menschenverstand.
In Gesprächen, in denen man sagt: „Das ist doch logisch“ oder „Das spürt man doch“, zeigt sich dieser Denkstil.
Wenn man intuitiv erkennt, dass eine Geschichte glaubwürdig ist oder dass eine Entscheidung fair erscheint, ist dieser Denkstil am Werk.
Der Dienstagsgeist – oder der Denkstiel (Typ2):
Dieser Denkstil (Typ 2) wird dann wichtig, wenn der kreative und gefühlsbetonte Typ 1 nicht mehr weiterhilft.
Er kommt zum Einsatz, wenn Emotionen überhandnehmen – etwa in Form von Panik – und die Gedanken sich im Kreis drehen.
Beispiele:
In einer Krisensituation, wenn jemand sagt: „Jetzt brauchen wir klare Regeln“, zeigt sich Typ 2.
Wenn man sich auf bewährte Abläufe verlässt, um Ruhe und Ordnung zu schaffen – etwa bei einem Notfallplan – ist dieser Denkstil aktiv.
Auch wenn man sich fragt: „Was hat sich in der Vergangenheit bewährt?“ oder „Was sagt unsere Tradition dazu?“ nutzt man diesen Denkstil.
Typ 2 kann stabilisieren und stützt sich auf Traditionen, Gewohnheiten, Werte und Glaubenssätze – auch auf materielle Sicherheit wie Geld.
Beispiele:
Ein Unternehmen hält in schwierigen Zeiten an seinen Grundwerten fest, um Orientierung zu geben.
Eine Person verlässt sich auf ihre Routine, um sich sicher zu fühlen – etwa durch tägliche Rituale oder feste Abläufe.
Entscheidungen werden getroffen, weil sie „immer schon so gemacht wurden“ oder weil sie mit dem eigenen Weltbild übereinstimmen.
Auch finanzielle Rücklagen oder Besitz können beruhigend wirken und Stabilität geben.
Der Mittwochsgeist – oder der Denkstiel (Typ3):
Dieser Denkstil Typ 3 hilft dabei, eine konkrete Absicht bewusst zu machen.
Er ermöglicht es, gezielt zu handeln und Entscheidungen mit klarem Ziel zu treffen.
Beispiele:
Jemand sagt: „Ich will dieses Projekt bis Ende des Monats abschließen“ – das zeigt eine bewusste Absicht.
Eine Führungskraft plant strategisch, wie ein Ziel erreicht werden kann, und wägt dabei verschiedene Optionen ab.
Eine Person entscheidet sich, ihre Ernährung umzustellen, weil sie ein bestimmtes Gesundheitsziel verfolgt.
Typ 3 baut auf den Gefühlen und Gedanken von Typ 1 und orientiert sich an Weltbildern und Glaubenssätzen von Typ 2. Er verbindet emotionale Impulse mit stabilen Werten und nutzt beides, um bewusst zu handeln.
Beispiele:
Jemand spürt, dass ihm etwas wichtig ist (Typ 1), erinnert sich an seine Werte (Typ 2) und trifft dann eine klare Entscheidung (Typ 3).
Eine Organisation entwickelt eine Vision, die sowohl emotional anspricht als auch auf ihren Grundwerten basiert.
Eine Person sagt: „Ich glaube daran, dass man mit Ehrlichkeit weiterkommt – deshalb spreche ich das jetzt offen an.“
Typ 3 ist ein kritischer Begleiter. Er hinterfragt, prüft und sorgt dafür, dass Entscheidungen nicht nur aus dem Bauch heraus oder aus Gewohnheit getroffen werden.
Beispiele:
Jemand fragt: „Warum machen wir das eigentlich so?“ – das zeigt kritisches Denken.
In einem Teammeeting wird eine Idee nicht einfach übernommen, sondern auf ihre Wirkung und Sinnhaftigkeit geprüft.
Eine Person reflektiert regelmäßig ihr eigenes Verhalten und passt es bewusst an.
Der Donnerstagsgeist – oder der Denkstiel (Typ4):
Dieser Denkstil Typ 4 ist spezialisiert auf menschliche Beziehungen und das Zusammenspiel in der Gesellschaft.
Er fördert Begegnungen und schafft Gelegenheiten, bei denen Menschen miteinander in Kontakt kommen.
Beispiele:
Jemand organisiert ein gemeinsames Frühstück im Team, um den Austausch zu fördern.
Eine Person lädt zu einem Gesprächskreis ein, um unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.
In einem Verein wird ein Fest veranstaltet, das Menschen zusammenbringt und Gemeinschaft stärkt.
Nur Typ 4 gibt den anderen Denkstilen eine Bühne – er bringt ihre Gedanken und Ideen nach außen zu anderen Menschen. Er sorgt dafür, dass kreative Ideen (Typ 1), stabile Werte (Typ 2) und bewusste Absichten (Typ 3) sichtbar und wirksam werden.
Beispiele:
Eine Präsentation, die nicht nur informiert, sondern auch berührt und zum Dialog einlädt, ist Ausdruck von Typ 4.
Ein Moderator bringt verschiedene Sichtweisen in einer Diskussion zusammen und sorgt für gegenseitiges Verständnis.
Eine Führungskraft schafft Raum für Feedback und fördert eine offene Kommunikationskultur.
Typ 4 kann geistiges Sinnempfinden in geistiger Verbundenheit sichtbar machen. Er bringt Menschen dazu, sich auf einer tieferen Ebene zu begegnen und gemeinsame Werte zu erleben.
Beispiele:
In einem Workshop entsteht ein Gefühl von „Wir gehören zusammen“, weil gemeinsame Ziele und Werte geteilt werden.
Eine Rede berührt die Zuhörenden, weil sie nicht nur Fakten vermittelt, sondern auch Sinn und Verbindung stiftet.
Ein Ritual oder Symbol (z. B. eine Kerze, ein gemeinsames Lied) schafft ein Gefühl von Zusammengehörigkeit.
Der Freitagsgeist – oder der Denkstiel (Typ5):
Diese Denkstil Typ 5 tritt in Erscheinung, wenn alles ins Wanken gerät.
Er wird dann wichtig, wenn Beziehungen zerbrechen, Ziele verloren gehen, Werte verblassen und weder alte Geschichten noch neue Herausforderungen Freude bereiten.
Beispiele:
Eine Person erlebt eine Lebenskrise, in der nichts mehr Sinn zu ergeben scheint – Typ 5 hilft, wieder Halt zu finden.
Nach einem schweren Verlust oder einer Enttäuschung beginnt jemand, sich neu zu orientieren und innerlich zu wachsen.
In einem Unternehmen, das sich in einer tiefen Umbruchphase befindet, kann Typ 5 helfen, neue Perspektiven zu entwickeln.
Wenn es dunkel wird, kann Typ 5 Licht machen. Er bringt Hoffnung, neue Sinnhaftigkeit und innere Klarheit – auch in schwierigen Zeiten.
Beispiele:
Eine Person entdeckt in der Stille neue Werte oder entwickelt eine tiefere Verbindung zu sich selbst.
In einer Gruppe entsteht durch ehrliche Gespräche und Mitgefühl ein neues Gefühl von Zusammenhalt.
Jemand beginnt, aus einer Krise heraus ein neues Projekt zu entwickeln, das anderen Menschen hilft.
Typ 5 ist wie ein innerer Kompass in Zeiten der Orientierungslosigkeit. Er wirkt oft still, aber tief – und kann neue Wege eröffnen, wenn die bisherigen nicht mehr tragen.
Der Samstagsgeist – oder der Denkstiel (Typ6):
Dieser Denkstil Typ 6 wirkt tief im Inneren und liebt die Stille – besonders die der Meditation
Wenn dieser Denkstil in Balance ist, entstehen in ihm innere Bilder, die sich zu Visionen verbinden. Diese Visionen können inspirierend auf alle anderen Denkstile wirken.
Beispiele:
Eine Person meditiert regelmäßig und entwickelt dabei eine klare Vorstellung davon, wie sie ihr Leben gestalten möchte.
In einem ruhigen Moment entsteht die Idee für ein neues Projekt, das nicht nur praktisch, sondern auch sinnstiftend ist.
Eine Führungskraft zieht sich bewusst zurück, um in Stille neue Impulse für die Zukunft zu finden.
Typ 6 inspiriert die anderen Denkstile durch seine innere Kraft. Er bringt Tiefe, Sinn und kreative Energie in Denkprozesse, die sonst vielleicht nur rational oder routiniert ablaufen würden.
Beispiele:
Nach einer Phase der Reflexion bringt jemand eine Vision ins Team, die alle motiviert.
Eine Künstlerin verarbeitet ihre inneren Bilder in einem Werk, das andere berührt und zum Nachdenken anregt.
Ein Coach hilft Menschen, durch innere Klarheit neue Perspektiven zu gewinnen.
Typ 6 trägt dazu bei, dass Probleme friedlich gelöst werden können. Er bringt Ruhe, Weitsicht und Verbundenheit in Konfliktsituationen.
Beispiele:
In einem Streit vermittelt jemand mit ruhiger Stimme und tiefem Verständnis – da ist Typ 6 in Aktion.
Eine Gruppe findet durch achtsames Zuhören und gemeinsame Stille wieder zueinander.
Eine Organisation nutzt Mediation und innere Klärung, um Spannungen zu lösen und neue Wege zu finden.
Der Sonntagsgeist – oder der Denkstiel (Typ7):
Dieser Denkstil Typ 7 ist reif und abgeklärt.
Er bringt Klarheit und Orientierung – besonders für kreative Prozesse und produktives Arbeiten. Er verarbeitet die Einflüsse aller anderen Denkstile, zum Beispiel die Erfahrungen der letzten Woche, und richtet seinen Blick von der Vergangenheit und Gegenwart in die Zukunft.
Beispiele:
Eine erfahrene Führungskraft reflektiert die Ereignisse der letzten Zeit und entwickelt daraus eine klare Strategie für die kommenden Monate.
Jemand bündelt kreative Ideen (Typ 1), stabile Werte (Typ 2), bewusste Absichten (Typ 3), soziale Impulse (Typ 4), innere Erkenntnisse (Typ 5) und Visionen (Typ 6) – und formt daraus ein konkretes Zukunftsbild.
In einem Projektmeeting wird nicht nur diskutiert, sondern auch entschieden, wie es weitergeht – mit Weitblick und Verantwortung.
Typ 7 ist stark, übernimmt Verantwortung und dient mit hoher Wertgüte. Er bringt Reife, Verlässlichkeit und ethisches Handeln in komplexe Situationen.
Beispiele:
Eine Person trifft eine Entscheidung nicht nur aus Eigennutz, sondern mit Blick auf das Wohl aller Beteiligten.
In einer Organisation sorgt Typ 7 dafür, dass Werte nicht nur formuliert, sondern auch gelebt werden.
Ein Mentor begleitet andere mit Geduld und Klarheit, weil er aus Erfahrung weiß, was wirklich zählt.
Typ 7 ist wie ein ruhiger, erfahrener Navigator, der alle inneren Kräfte bündelt und in eine sinnvolle Richtung lenkt.
Die 7 Denkstile mit anderen Worten
Typ 1 – Der Erzähler
Merkmale: Lebendig, unterhaltsam, gefühlsbetont
Stärken: Erzählt Geschichten, verbindet Emotionen mit gesundem Menschenverstand
Beispiel: Erzählt Anekdoten, reagiert intuitiv, bringt Leichtigkeit ins Denken
Typ 2 – Der Bewahrer
Merkmale: Stabilisierend, werteorientiert, traditionsverbunden
Stärken: Gibt Halt in Krisen, vertraut auf Gewohnheiten und Werte
Beispiel: Greift auf bewährte Muster zurück, sorgt für Ordnung und Sicherheit
Typ 3 – Der Entscheider
Merkmale: Zielgerichtet, kritisch, bewusst
Stärken: Macht Absichten klar, trifft reflektierte Entscheidungen
Beispiel: Plant strategisch, hinterfragt Gewohnheiten, handelt mit Absicht
Typ 4 – Der Beziehungsstifter
Merkmale: Sozial, verbindend, kommunikativ
Stärken: Fördert Begegnung, bringt Ideen nach außen
Beispiel: Organisiert Austausch, schafft Gemeinschaft, gibt anderen eine Bühne
Typ 5 – Der Sinnsucher
Merkmale: Tiefgründig, resilient, sinnorientiert
Stärken: Findet Licht in der Dunkelheit, entwickelt neue Perspektiven
Beispiel: Wandelt Krisen in Erkenntnisse, entdeckt neue Werte
Typ 6 – Der Visionär
Merkmale: Still, meditativ, inspirierend
Stärken: Erschafft Visionen, bringt innere Bilder zur Wirkung
Beispiel: Meditiert, entwickelt Zukunftsbilder, fördert friedliche Lösungen
Typ 7 – Der Weise
Merkmale: Reif, verantwortungsvoll, zukunftsgerichtet
Stärken: Verbindet alle Denkstile, schafft Orientierung und ethische Führung
Beispiel: Reflektiert Vergangenheit, gestaltet Zukunft, dient mit Wertgüte
Anmerkung
Das hier angedeutete Wissensgut ist besonders in Projekten wertvoll, wenn es um Prozesse der digitalen Teambildung und der Teamentwicklung geht. Mehr dazu wird im INKOBA Kompaktkurs vermittelt.








