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Vermeide Denkfehler
RBO
15. Aug. 2025
Bestätigungsfehler (Confirmation Bias) ein Fallstrick, den jeder kennen sollte
Erläuterung
Der Begriff Confirmation Bias (Bestätigungsfehler) beschreibt eine kognitive Verzerrung, bei der Menschen dazu neigen, Informationen so auszuwählen, zu interpretieren und zu erinnern, dass sie ihre bestehenden Überzeugungen oder Erwartungen bestätigen. Typische Merkmale:
- Selektive Wahrnehmung
- Selektive Interpretation
- Selektives Erinnern.
WISSENsWERT-Schöpfung, Hilfe zur Selbsthilfe
Mit dem Wissen hinsichtlich solcher kognitiver Verzerrungen, gepaart mit dem Wissen, dass Menschen sich in besonderer Art und Weise auch durch Vorlieben oft sehr deutlich unterscheiden, ergibt sich ein weites Feld für Diskurse und Entscheidungen.
Menschen oder eine Gruppe von Menschen, die schon immer eine besondere Vorliebe für flaches Denken, einfache Fragen und Antworten haben und damit zufrieden sind, werden Informationen anders auswählen, interpretieren und erinnern, als zum Beispiel Menschen oder eine Gruppe von Menschen, die seit Jahren Gefallen an Literatur und dem Studium von wissenschaftlichen Beiträgen gefunden haben.
Da in beiden Gruppen solche Bestätigungsfehler auftreten können, ist es für alle sinnvoll, eine geeignete Methode anzuwenden, die nicht nur nach faktischem Wissen oder traditionellem Glauben fragt, sondern auch Werte, die Wertgüte von Informationen und Wissen sowie den Austausch mit anderen Gruppen in den Mittelpunkt stellt. Die INKOBA Methode bietet mit ihrem 19-teiligen Werkzeugkoffer reichlich Inspiration für die begleitete WISSENsWERT-Schöpfung. In der praktischen Anwendung trägt sie dazu bei, Bestätigungsfehler aufzudecken und hilft dabei, Entscheidungen bewusster, reflektierter und faktenbasierter zu treffen.
Entscheidungen besser zu machen bedeutet also, sie bewusster, reflektierter und faktenbasierter zu treffen. Hier sind einige bewährte Strategien, um Denkfehler zu vermeiden und die Qualität von Entscheidungen zu verbessern:
1. Bewusstsein für Denkfehler entwickeln
Erkenne typische kognitive Verzerrungen wie Confirmation Bias, Overconfidence, oder den Halo-Effekt.
Trainiere dich darin, deine eigenen Annahmen zu hinterfragen.
Verwende die INKOBA Notiztechnik (4), um Notizrohlinge nach und nach zu wertvollen Studikits zu entwickeln
2. Systematisch Informationen sammeln
Nutze mehrere Quellen und Perspektiven.
Stelle dir bewusst die Frage: „Was spricht gegen meine aktuelle Meinung?“
Hole aktiv kritisches Feedback ein – z. B. durch Kolleg:innen oder externe Expert:innen.
Verwende zum Beispiel die INKOBA Wertgütemessung (2), um herauszufinden welches Wissensgut in anderen Perspektiven ausgeblendet oder zur Entscheidungsfindung nicht hinreichend herangezogen wurde.
3. Entscheidungsmethoden anwenden
Pro-und-Kontra-Listen: Einfach, aber effektiv.
Entscheidungsmatrix: Bewertung von Alternativen anhand gewichteter Kriterien.
Szenarioanalyse: Was passiert im besten, schlechtesten und wahrscheinlichsten Fall?
Verwende zum Beispiel den INKOBA Baustein Digitale Teambildung (17), um effizient andere in den Prozess des Lernens und Entscheidens einzubinden
4. Ziele und Werte klären
Was ist das übergeordnete Ziel der Entscheidung?
Welche Werte oder Prinzipien sollen berücksichtigt werden?
Entscheidungen sind besser, wenn sie strategisch eingebettet sind.
Verwende zum Beispiel den INKOBA Baustein Blick.Richtung.Wechsel (7) in Kombination mit anderen Bausteinen, wenn es darum geht in Engpasssituationen Ziele und Werte zu erklären, zu bestimmen und sich darüber zu verständigen
5. Zeitdruck reduzieren
Schnelle Entscheidungen sind nicht immer bessere Entscheidungen.
Wenn möglich: eine Nacht darüber schlafen oder eine Reflexionspause einlegen.
Verwende zum Beispiel den INKOBA Baustein Psychologischer Ansatz (13). Damit lassen sich größere Freiräume für Gedanken erzeugen, die dazu geeignet sein können Zeitdruck zu reduzieren.
6. Team-Entscheidungen strukturieren
Rollen klar definieren: Wer liefert Fakten, wer trifft die Entscheidung?
Methoden wie „Six Thinking Hats“ oder „Delphi-Methode“ fördern strukturierte Diskussionen.
Verwende zum Beispiel den INKOBA Baustein Teambook by INKOBA (8) dazu, um den Prozess der Entwicklung von Team-Entscheidungen erkennbar zu machen.
7. Entscheidungen nachverfolgen
Dokumentiere: Was wurde entschieden, warum, mit welchen Informationen?
Lerne aus den Ergebnissen: Was hat funktioniert, was nicht?
Mit den INKOBA Bausteinen (2) Wertgütemessung, (4) Notiztechnik, (8) Teambook by INKOBA, (17) Digitale Teambildung kann eine gute Grundlage für die Dokumentation geschaffen werden. Ohne hinreichende Kompetenzen wie zum Beispiel Fach- und Methodenkompetenz, Aktivitäts- und Handlungskompetenz oder soziale und kommunikative Kompetenz kann auch eine Nachverfolgung dem oben beschriebenen Bestätigungsfehler unterliegen. Verwende möglichst viele Bausteine der INKOBA Methode, um solche Verzerrungen rechtzeitig zu erkennen und zu korrigieren.
Hilfe zur Selbsthilfe bei Overconfidence
Nicht nur Bestätigungsfehler lassen sich mit Hilfe der INKOBA Methode behandeln sondern auch Denkfehler, die unter den Begriff Overconfidence bekannt sind.
Was passiert bei Selbstüberschätzung?
Überschätzung der eigenen Genauigkeit: Man ist überzeugt, dass die eigenen Einschätzungen oder Vorhersagen viel verlässlicher sind, als sie in Wirklichkeit sind.
Unterschätzung von Unsicherheit: Man ignoriert oder verringert die Möglichkeit, im Unrecht zu sein.
Übermäßiges Vertrauen in das eigene Urteil: Auch bei geringer oder unsicherer Informationslage wird eine feste Meinung vertreten.
Sicher kennt jeder Beispiele für derartige Denkfehler. Zur Erinnerung werden an dieser Stelle drei Beispiele genannt: Expertenfalle: Ein erfahrener Manager glaubt, er könne den Erfolg eines Projekts sicher vorhersagen – obwohl viele externe Faktoren unbekannt sind. Quizfragen: Menschen geben oft sehr selbstsicher Antworten auf Wissensfragen und überschätzen dabei ihre Trefferquote. Investitionsentscheidungen: Anleger glauben, sie könnten den Markt „schlagen“, obwohl sie statistisch viel schlechter abschneiden als der Durchschnitt.
Durch diese Art der Denkfehler sinkt die Chancen auf starke Werte, operative Exzellenz und effizienten KI-Einsatz im Sinne der allgemeinen Zielsetzung der INKOBA Methode.
Fehlentscheidungen häufen sich, aus Fehlern lernt man weniger, weil man sie nicht als solche erkennt und schließlich kann die Zusammenarbeit behindert werden, wenn andere Meinungen nicht ernst genommen werden.
Mit Hilfe des INKOBA Bausteins Blended learning (19) besteht die Möglichkeit in enger Zusammenarbeit mit einem Lernunterstützer diesem Risiko entgegenzuwirken. Dies geschieht besonders deshalb, weil mit diesem Baustein eine Fehlerkultur gefördert wird, um aus Fehleinschätzungen zu lernen.
Hilfe zur Selbsthilfe beim Halo-Effekt
Der Halo-Effekt ist ein psychologisch erklärter Denkfehler, bei dem die Wahrnehmung einer einzelnen positiven Eigenschaft einer Person oder Sache dazu führt, dass man auch andere Eigenschaften automatisch positiv bewertet - ohne objektive Grundlage. Wenn jemand sehr sympathisch oder attraktiv wirkt, neigen wir dazu zu glauben, dass diese Person auch intelligent, kompetent oder vertrauenswürdig ist - obwohl wir dafür keine Beweise haben. Ein Mitarbeiter, der sehr freundlich ist, wird möglicherweise auch als leistungsstärker eingeschätzt - obwohl seine Arbeitsergebnisse durchschnittlich sind. Ein Schüler, der sehr freundlich ist, bekommt eventuell bessere Noten, weil Lehrer ihn insgesamt positiver bewerten. Ein Produkt mit schönem Design wird als hochwertiger oder funktionaler wahrgenommen, obwohl das Design nichts über die Qualität aussagt.
Schon die wenigen Beispiele zeigen, wie wichtig es zur Vermeidung von Denkfehlern ist WISSENsWERT-Schöpfung zu praktizieren. Dadurch können unfaire Bewertungen, verzerrte Wahrnehmungen aber auch Personalentscheidungen, Leistungsbeurteilungen und sogar Gerichtsverfahren beeinflusst werden.
Ein sehr hilfreicher INKOBA Baustein ist das sogenannte INKOBA KI-Modell (11). Damit lassen sich systematische Fragen zusammenstellen, die zum Beispiel zu interessanten Anfragen für den KI-Einsatz herangezogen werden können.
Übersicht zur INKOBA Methode
Hier noch einmal zur Erinnerung die 19 Bausteine der INKOBA Methode in der Übersicht.

Was ist ein Denkwerkzeug?
Ein Denkwerkzeug im Sinne der INKOBA-Methode ist ein systematisches Instrument, das:
· Strukturiert denken hilft - Komplexe Probleme in handhabbare Teile zerlegt
· Wissen organisiert - Informationen sinnvoll ordnet und verfügbar macht
· Perspektiven erweitert - Neue Blickwinkel auf Herausforderungen ermöglicht
· Zusammenarbeit fördert - Teams bei der gemeinsamen Wissensentwicklung unterstützt
· Lernprozesse beschleunigt - Effizienten Wissenstransfer ermöglicht
Wie funktioniert die INKOBA Bausteine?
Die 19 Bausteine funktionieren wie ein Werkzeugkasten für das Denken: Jeder Baustein ist ein spezialisiertes Werkzeug für bestimmte Denkaufgaben, zusammen bilden sie ein vollständiges System zur systematischen Wissenswert-Schöpfung in Projekten und Organisationen.














